My whole life is a fake

Lange her, dass ich es als nötig empfunden habe, einen Eintrag zu schreiben.

Sollte man etwa meinen, ich hätte die Adventszeit gut überstanden, fröhlich und harmonisch ? Sollte man nicht. Allerdings gab es genausowenig irgendwelche großen Tragödien.

Und die gibts auch jetzt nicht. Dem Umstand, dass ich nach einer wirklich langen Zeit den bereits leicht angestaubten Whisky hervorgeholt habe, dürfte es zu verdanken sein, dass ich gesprächig zu werden scheine. Wie immer nichts konkretes, so betrunken bin ich dann auch wieder nicht.

Es ist ja auch denkbar schwer geworden, etwas konkretes aus meinem Schädel zu pressen. Besonders, seit ich mir Gefühle verbiete. Und das mache ich mit zunehmender Begeisterung, wenn auch nicht mit zunehmendem Erfolg. Das Gefühl, dass sie falsch sind, weicht eben nicht von meiner Seite, und mit ihm haftet auch das schlechte Gewissen denkbar beständig an mir.

Die Weihnachtsferien waren viel zu schnell vorbei, auch, wenn ich mir in den letzten Tagen geradezu gewunschen habe, aus der Lethargie herausgerissen zu werden - wenn es sein muss, eben auch mit einem nicht minder ermüdetem und ermüdendem Schulalltag. Jetzt aber, wo es kurz vor knapp ist, frage ich mich, wie zum Teufel ich mit den wachsenden Ansprüchen der Schule zurechtkommen soll. o.O

Ob Ängste das subjektive Zeitempfinden wohl beschleunigen oder verlangsamen ? Und was wäre besser ? Naja. Wie dem auch sei.

All das ist nicht der Grund, warum ich hier sitze und mich an den Glauben klammere, Alkohol würde mich glücklicher machen. [Zum Teufel, wie lange braucht der Scheiß denn, um ins Blut zu gehen ?] Ist es eigentlich nicht ambivalent, dass ich mich standhaft weigere, in Gesellschaft auch nur einen Schluck Bier zu trinken und es im Alleingang als wirksames - wenn auch gottseidank selten gebrauchtes - Mittel ansehe, meine Stimmung zu heben ?

Blabla. Ich weiß ja nicht, welcher Teufel mich geritten hat, als ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe, meine Haut Haut sein zu lassen und die Klingen dort liegen zu lassen, wo sie sich befinden. Aber ironischerweise habe ich durch diesen Vorsatz eine Art Hemmschwelle errichtet, denn im Normalfall hätte ich mir schon eine Menge schöner Muster in die Haut geschnitten. Komisch, dass Versprechen, die man nur sich selbst gibt, doch soviel bewirken können. Hässlicher würds dich kaum machen.

Womit wir wieder bei dem Hass aufs Äußere angelangt wären, der mich in den letzten Monaten eigentlich weitgehend in Ruhe lies, aber der natürlich kommt wie gerufen, sobald man mit etwas anderem zu kämpfen hat.

Und somit hätte ich es wieder treffend geschafft, um die eigentliche Sache drumherum zu reden, während ich eine Menge leere Worte, vielsagendes Mülls geschaffen habe.

Hoch lebe das Onlinetagebuch. 

6.1.08 00:16
 


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